Testament 2017-03-20T14:32:26+00:00

Testament beim Rechtsanwalt oder beim Notar Bochum

Das Testament

Jeder Mensch kann schriftlich bestimmen, was nach seinem Tod mit seinem Erbe geschehen soll. Ein Testament ist nur wirksam, wenn es vollständig mit der Hand geschrieben wurden und mit Ort und Datum versehen und unterschrieben worden ist. Falls auch nur ein Teil des Testamentes mit dem Computer oder der Schreibmaschine geschrieben sein sollte, kann das gesamte Testament unwirksam sein. Ein einmal errichtetes Testament kann jederzeit geändert werden. Falls mehrere Testamente gefunden werden, gilt das zuletzt geschriebene Testament, es sei denn es lässt vorherige Anordnungen unberührt.

Muster für den Inhalt eines Testamentes können im Internet gefunden werden oder aus Büchern abgeschrieben werden. Solche vorformulierten Standardtestamente können den einzelnen Fall jedoch nicht erfassen. Der Erblasser kann häufig die rechtlichen Konsequenzen eines solchen vorformulierten Testamentes nicht vollständig und richtig erfassen. Es besteht die Gefahr, dass der Inhalt des abgeschriebenen Testamentes falsch verstanden wird. Ein Testament sollte daher nach einer sorgsamen Willensbildung – was will ich erreichen? – auf den Einzelfall abgestimmt werden.

Testamente werden im Streitfall durch einen Richter ausgelegt. Die Gerichte gelangen dann häufig zu Ergebnissen, die der Erblasser nicht erreichen wollte. Darüber hinaus löst der Streit über den Inhalt eines Testamentes erhebliche Kosten aus und zwar zu Lasten des Nachlasses und der beiteiligten Erben. Ein Rechtsstreit kann über zwei Instanzen viele Jahre lang dauern. In dieser Zeit haben sich die Familienmitglieder dann restlos zerstritten und einen erheblichen Teil des Erbes für Anwalts- und Gerichtskosten ausgegeben.

Ein Testament sollte daher in der juristischen Sprache durch Rechtsanwälte oder einen Notar verfasst werden, damit es später von den Richtern auch in dem Sinne verstanden werden kann, wie der Verstorbene es juristisch gemeint hat. Die Errichtung eines Testamentes sollte mit einem Fachmann besprochen werden, der Ihre Vorstellungen in die juristische Fachsprache übersetzt und das Testament in die vorgeschriebene Form bringt.

Der Vorteil eines Testamentes ist es, dass der Erblasser genau bestimmen kann was mit seinem Vermögen nach seinem Tode geschehen soll. Er kann auch bestimmen, wer welche Vermögensgegenstände erhält (Teilungsanordnung) und welche Pflichten die einzelnen Personen erfüllen müssen. Im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten können auch einzelne Personen gänzlich vom Erbe ausgeschlossen werden (Enterbung). Häufig besteht auch das Bedürfnis, einzelne Vermögensgegenstände (zum Beispiel ein Buch oder eine Briefmarkensammlung) einzelnen Personen zukommen zu lassen, ohne dass diese Personen gleich Mitgleider einer Erbengemeinschaft werden sollen. In diesen Fällen kann der Erblasser bestimmen, dass ein bestimmter Vermögensgegenstand nur einer bestimmten Person zukommen soll (Vermächtnis).

Viele Menschen möchten auch, dass die Erben nach dem Tode bestimmte Aufgaben übernehmen. So wünschen sich viele, dass die Erben sich später um das Grab des Erblassers kümmern. Dies kann dadurch erreicht werden, dass dem Erben oder Vermächtnisnehmern bestimmte Auflagen gemacht werden. Eine solche Auflage kann auch darin bestehen, dass man etwa die Pflege eines Tieres von einer bestimmten Person verlangt. Insbesondere in einer  nichtehelichen Lebensgemeinschaft ist es daher notwendig, in einem Testament festzulegen, dass der nichteheliche Lebenspartner einen Anteil am Vermögen erhält, wenn der Erblasser möchte, dass dieser nach dem Tode wirtschaftlich abgesichert ist, denn ein gesetzliches Erbrecht besteht hier nicht.