Die Erbengemeinschaft

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Die Erbengemeinschaft 2017-02-16T11:48:26+00:00

Die Erbengemeinschaft

Wenn mehrere Personen erben, bilden sie eine Erbengemeinschaft. Der gesamte Nachlass geht dann auf alle Erben über. Keiner der Erben darf alleine über einen Nachlassgegenstand verfügen. Es dürfen immer nur alle Erben gemeinsam verfügen.

Um den Nachlass auf die einzelnen Erben aufzuteilen, muss zunächst eine Auseinandersetzung der Erben über jeden einzelnen Nachlassgegenstand erfolgen. Dazu muss der Nachlass teilungsreif sein. Dies erfordert zunächst, dass alle Nachlassverbindlichkeiten (z.B. Berdigungskosten, Vermächtnisse, Pflichtteilsansprüche etc.) beglichen sind. Die Erben müssen sich auch einigen, wer welchen Nachlassgegenstand erhält und falls der Gegenstand verkauft werden soll, zu welchem Preis dies erfolgen soll und an wen der Gegenstand verkauft werden kann. Häufig entsteht Streit über den Wert der Nachlassgegenstände und darüber, wer bestimmte Gegenstände erhalten soll. Kommt es zu keiner Einigung zwischen den Erben, muss das Gericht angerufen werden.

Stellen wir uns einmal vor, im Nachlass befindet sich ein Grundstück und drei Kinder sind zu gleichen Teilen Erben geworden. Jedes Kind hat demnach Anspruch auf 1/3 an dem Grundstück. Es können allerdings nur alle Erben gemeinsam über das Grundstück verfügen. Einigen sich die Erben nicht darauf, wer das Grundstück erhalten soll oder zu welchem Preis das Grundstück verkauft werden soll, kann jeder der Erben beim Amtsgericht die Teilungsversteigerung des Grundstücks beantragen. Es kommt dann über das Amtsgericht zu einer Versteigerung des gesamten Grundstücks. Das Grundstück kann dann durch jeden der drei Erben oder auch durch jede andere Person erworben werden.

Insbesondere wegen der komplizierten Vorschriften im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung kommt es in Erbengemeinschaften häufig zu Streit. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, schon zu Lebzeiten genau zu regeln, was nach dem Tode mit dem Nachlass passieren soll.

Zwei oder mehr Erben bilden eine sogenannte Erbengemeinschaft.

Jeder einzelne Gegenstand, der sich im Nachlas befindet, gehört allen Miterben gemeinschaftlich. Keiner der Erben darf alleine über einen einzelnen Nachlassgegenstand oder über den gesamten Nachlass verfügen. Die Erbengemeinschaft muss sich über den Nachlass auseinandersetzen. Das heißt die Erben müssen sich darüber einigen, wer welchen Nachlassgegenstand erhält und – falls ein Nachlassgegenstand verkauft werden soll –  an wen der Verkauf erfolgen soll und zu welchem Preis.

Tatsächlich muss sich die Erbengemeinschaft also über jeden einzelnen Gegenstand einigen. Es muss also einvernehmlich geklärt werden, wer zum Beispiel ein Fotoalbum des Verstorbenen erhält oder wer dessen Armbanduhr behalten darf.

Immobilien im Nachlass:

Wenn sich Immobilien im Nachlass befinden, muss die Auseinandersetzung der Eben notariell beurkundet werden.

Falls die Miterben sich nicht darüber einig werden können, an wen eine Immobilie verkauft werden soll oder zu welchem Preis, kann jeder der Miterben die Teilungsversteigerung der gesamten Immobilie beantragen. Dann erfolgt eine Versteigerung des Grundbesitzes.

Weil sich alle Erben über den gesamten Nachlass einigen müssen, entsteht in Erbengemeinschaften häufig Streit. Wenn sich Immobilien im Nachlass befinden, müssen sämtliche Maßnahmen betreffend diese Immobilie durch alle Erben gemeinsam entschieden werden. Das heißt die Kündigung eines möglicherweise bestehenden Mietvertrages oder der Abschluss eines neuen Mietvertrages kann nur durch alle Miterben gemeinsam erfolgen. Sogar die Beauftragung eines Handwerkers zur Durchführung einer Reparatur muss grundsätzlich durch alle Erben gemeinsam entschieden werden. Lediglich dann, wenn es sich um sogenannte Notmaßnahmen handelt (z.B. undichtes Dach eines Hauses) kann jeder Miterbe alleine einen Handwerker beauftragen zur Abwendung von Schäden am Grundbesitz.

Häufig kommt es in einer Erbengemeinschaft zum Streit darüber, wer die laufenden Kosten einer Immobilie tragen muss. Grundsätzlich müssen sich alle Erben entsprechend ihrer Beteiligung an Nachlass auch an den Kosten einer Immobilie beteiligen.

Wenn einer der Erben in der geerbten Immobilie wohnt, kommt es häufig zum Streit darüber, ob er berechtigt ist, diese weiterhin alleine zu nutzen und ob er eine Miete oder Nutzungsentschädigung dafür bezahlen muss.

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