Kosten einer erbrechtlichen Beratung

Wie für alle anwaltlichen Tätigkeiten, müssen auch für eine erbrechtliche Beratung Rechtsanwaltsgebühren erhoben werden. Das Gleiche gilt für notarielle Beurkundungen und Beratungen. Die Gebühren für die Erstellung eines Testamentes können nicht pauschal beziffert werden. Sie hängen davon ab, welche Regelungen getroffen werden und wie groß der Nachlaß ist. Eine anwaltliche Erstberatung kostet höchstens 190,00 € zuzüglich Mehrwertsteuer.

Die Kosten einer notariellen Testamentsgestaltung richten sich nach dem Wert des gesamten Vermögens des Betroffenen. Vom Vermögen werden etwaige Schulden abgezogen.

Bei einem Gegenstandswert in Höhe von 100.000,– € belaufen sich die Gebühren auf rund 250,– € für ein einzelnes Testament und 500,– für ein gemeinschaftliches Testament von Ehegatten.

Sehr kostenintensiv sind erbrechtliche Streitigkeiten vor Gericht. Wir haben ihnen einmal beispielhaft die Kosten eines Erbstreites bei einem Gegenstandswert von 100.000 € dargestellt. Ein solcher Gegenstandswert ist bei erbrechtlichen Streitigkeiten eher als gering zu bezeichnen, denn wenn auch nur eine Immobilie vorhanden ist, belaufen sich die Gegenstandswerte schnell auf mehrere 100.000 €.

Die Kosten eines Erbstreits bei dem Gegenstandswert 100.000,00 €

Erste Instanz: 11.500,00 €

Zweite Instanz: 15.000,00 €

Summe 26.500,00 €

Häufig sind Gutachten zum Verkehrswert von Grundbesitz einzuholen. Dann kommen noch erhebliche Kosten für Gutachter dazu. Diese Kosten können hier nicht beziffert werden.

Sämtliche Kosten gehen zu Lasten der Erben, bzw. zu Lasten der Erbmasse. Das heißt durch einen Streit vor Gericht wird der Nachlass, der allen Erben zugute kommen sollte, regelmäßig gemindert.

Es macht also Sinn, eine „Versicherungsprämie“ für eine Fachberatung auszugeben. Ansonsten drohen später Kosten, die große Teile des zu vererbenden Wertes vernichten. Außerdem droht erheblicher Streit innerhalb der Familie. Wer seinen Erben etwas Gutes tun möchte, sollte also fachlichen Rat in Anspruch nehmen.